Italien: Vier Wanderarbeiter aus Afghanistan & Pakistan mutmaßlich getötet nachdem sie gezwungen wurden, ohne Bezahlung zu arbeiten
"Das tödliche System der Erntehelfer in Italien", 9. Juni 2026
"Es muss nach dieser Tragödie, nach diesem Mord, ein Ruck durch die Gesellschaft gehen", schreit Maurizio Landini auf der Piazza des kleinen Ortes Amendolara in Kalabrien ins Mikrofon. Er ist der Generalsekretär der CGIL, des größten Gewerkschaftsbundes Italiens...
Die Erntehelfer verbrannten bei lebendigem Leib - bis auf einen: Taj Amar, ein 35-jähriger Mann aus Afghanistan. Er und seine Kollegen hätten ihre Vorsteher um Geld gebeten, der Streit sei eskaliert. Seit einem Monat hätten sie kein Gehalt bekommen, aber jeden Tag auf dem Feld gearbeitet.
Seit 2016 hat Italien strengere Gesetze, doch Ciconte sagt, auch die würden geschickt umgangen. Mit Arbeitsverträgen, auf denen viel weniger Tage stehen, als die Menschen eigentlich arbeiten. Mit Gehältern, von denen die Arbeiter am Ende nur einen Bruchteil sehen. Zudem fehle es massiv an Kontrollen vor Ort.
[...]
Das kritisieren seit Jahren nicht nur Hilfsorganisationen wie Oxfam, sondern nun auch die italienische Kartellbehörde, die dazu eine Untersuchung eingeleitet hat. Sie wirft den großen Ketten der Supermarktindustrie vor, ihre Marktmacht zu nutzen, um Erzeuger unter Druck zu setzen. Auch das ist ein Grund, warum das kriminelle System der Erntehelfer weiter Bestand hat.