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Artikel

18 Mai 2026

Autor:
Jan-Henrik Dobers, Politico,
Autor:
t-online

Deutschland: Russland soll laut Ermittlungen mit Hilfe von deutschen Firmen dual-use Güter über die Türkei geschleust haben

"Wie eine Lübecker Firma Russland mit Rüstungstechnik versorgte", 18. Mai 2026

Über Jahre soll ein Netzwerk aus Deutschland verbotene Technologie nach Russland geschleust haben. Ermittler sprechen von Tausenden Lieferungen für die russische Rüstungsindustrie – getarnt über Firmen in Lübeck und der Türkei.

Russland hat laut Ermittlern über eine Firma in Schleswig-Holstein trotz westlicher Sanktionen Technologie für die eigene Rüstungsindustrie beschafft. Wie aus Recherchen von "Politico" und der "Bild" hervorgeht, soll ein Netzwerk um den russischen Geschäftsmann Nikita S. mehr als 16.000 Lieferungen im Wert von über 30 Millionen Euro organisiert haben. Die Waren seien über die Lübecker Handelsfirma Global Trade und Umwege über die Türkei nach Russland gelangt...

Der Fall gilt den Ermittlern als Beispiel dafür, wie Russland weiterhin an sogenannte Dual-Use-Güter aus Europa gelangt. Dabei handelt es sich um Produkte, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können. Laut den Ermittlungsakten gehörten dazu Mikrocontroller, Sensoren, Kugellager, Messgeräte und elektronische Bauteile. In mehreren Fällen sollen Lieferungen bei Unternehmen gelandet sein, die Verbindungen zur russischen Rüstungs- oder Nuklearindustrie haben...

Mehrere Beschuldigte sitzen inzwischen in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen dauern an. Die Behörden prüfen, ob das Netzwerk Teil eines größeren Systems zur Umgehung westlicher Sanktionen war.