Frankreich: Hilfsorganisationen werfen Uber Eats und Deliveroo in Anzeige "Menschenhandel", Ausbeutung und prekäre Arbeitsbedingungen vor
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"Uber Eats und Deliveroo in der Kritik: Mieser Lohn und Ausbeutung: Frankreichs Lieferfahrer klagen"
Mehrere Fahrerorganisationen haben in Frankreich Uber Eats und Deliveroo verklagt. Sie kritisieren schlechte Bezahlung, lange Arbeitszeiten und mangelnde Absicherung.
In Frankreich haben Hilfsorganisationen Anzeige gegen Uber Eats und Deliveroo erstattet. Sie werfen den Lieferdiensten "Menschenhandel", Ausbeutung und prekäre Arbeitsbedingungen vor. [...]
Klage gegen Uber Eats und Deliveroo wegen Ausbeutung
Jumoh ist einer von schätzungsweise 70.000 Lieferfahrern in Frankreich. Vier Organisationen, die Lieferfahrer unterstützen, werfen den Plattformen Uber Eats und Deliveroo "Menschenhandel" vor und haben Klage eingereicht.
Die Begründung: Plattformen würden ihre Fahrer zum Zwecke der Ausbeutung anwerben und unter unwürdigen Bedingungen arbeiten lassen. "Das System fußt auf Ausbeutung durch die Plattformen. Denn in dem Moment, da die schlechte Bezahlung beendet wird, haben die Plattformen kein funktionierendes Geschäftsmodell mehr", erklärt Anwalt Thibault Laforcade, der die Klagenden vertritt. [...]
Befragung zeigt schwierige Bedingungen
Dabei stützt sich Anwalt Laforcade auch auf eine aktuelle Befragung der Hilfsorganisation Médecins du Monde, an der auch Fahrerorganisationen beteiligt waren, die jetzt klagen. Teilgenommen haben rund 1.000 Menschen in Paris und Bordeaux, die für Lieferplattformen arbeiten.
Demnach arbeiten Fahrer durchschnittlich 63 Stunden pro Woche und verdienen weniger als sechs Euro brutto pro Stunde. Dabei sind Wartezeiten zwischen den Lieferaufträgen mit eingerechnet, für die es keine direkte Entlohnung gibt.
Problem: Fahrer haben oft keine Aufenthaltserlaubnis
Hugo Allouard vom Institut Mines-Télécom in Paris hat zu Lieferdiensten geforscht. Für den Wirtschaftswissenschaftler gibt es auch ein strukturelles Problem bei den Lieferfahrten: Viele Fahrer hätten keine Alternative auf dem Arbeitsmarkt, unter anderem wegen ihres Aufenthaltstitels. Dieser fehlt laut der Befragung von Médecins du Monde bei gut zwei Dritteln der Fahrer.
Diese bezahlen häufig eine Gebühr an Accountinhaber und fahren unter deren Namen. Die Arbeit für Plattformen würde ihnen zwar helfen, etwas Geld zu verdienen. Doch "die Plattformen können sich das zunutze machen, um die Entlohnung und Arbeitsbedingungen der Fahrer einzuschränken", so Allouard.
Unternehmen widersprechen
Die betroffenen Unternehmen weisen die Vorwürfe zurück. Das ZDF hat die Plattformen um Stellungnahme gebeten. Sie antworten schriftlich.
"Deliveroo weist alle Vorwürfe im Zusammenhang mit der Klage mit größter Schärfe zurück (…). Die Qualität der Arbeitsbedingungen, die Sicherheit und die faire Vergütung der Lieferanten, der täglichen Partner von Deliveroo, haben für Deliveroo große Priorität", so das Unternehmen schriftlich.
Uber Eats bestreitet "kategorisch diese Behauptungen, die weder unserem Modell noch unseren Werten entsprechen. Für diese Klage gibt es keine Grundlage." Die Untersuchung von Médecins du Monde würde auf einem "fundamentalen Unverständnis" der Arbeit als Lieferfahrer beruhen. Weiter heißt es, diese sei vor allem als komplementäre Arbeit zu verstehen und nicht als Vollzeitaktivität. [...]