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Artikel

21 Apr 2026

Autor:
SOMO,
Autor:
TextilWirtschaft

Niederlande/Türkei: Clean Clothes Campaign verklagt Levi's wegen mutmaßlicher Vortäuschung ethischer Arbeitspraktiken

Maxence (CC BY 2.0) via Wikimedia Commons

"Clean Clothes Campaign verklagt Levi's wegen Irreführung von Verbrauchern"

Die NGO hat Klage gegen den Levi's wegen Vortäuschung ethischer Arbeitspraktiken eingereicht. Das sagt der Konzern zu den Vorwürfen.

Das niederländische Büro der internationalen Arbeitsrechtsorganisation Clean Clothes Campaign (CCC) hat gemeinsam mit vier Kunden bei einem Amsterdamer Gericht eine Klage gegen Levi's eingereicht. Die NGO und die Verbraucher werfen den Denim-Spezialisten vor, sie mit Behauptungen über ethische Arbeitspraktiken in ihrer gesamten Lieferkette in die Irre geführt zu haben.

Konkret geht es dabei um die seit längerem kritisierten Zustände bei Özak Tekstil in Şanlıurfa im Südosten der Türkei. In der Fabrik, die laut CCC ausschließlich für Levis produziert, seien der Arbeitsschutzorganisation Worker Rights Consortium zufolge 400 Arbeiter, die 2023 "friedlich für bessere Arbeitsbedingungen protestierten, mit Gewalt konfrontiert und später entlassen" worden. Die betroffenen Arbeiter hätten seitdem eine Entschädigung gefordert, die noch nicht gezahlt worden sei.

Verbraucher fühlen sich getäuscht [...]

Die niederländischen Kunden, die sich der Klage angeschlossen haben, behaupten, sie hätten Levi's-Produkte nicht gekauft, wenn sie von angeblichen Arbeitsverstößen im Zusammenhang mit den Lieferanten des Unternehmens gewusst hätten. [...]

Stimmen betroffener Arbeiter

Um die Klage zu untermauern, veröffentlicht CCC auch die Stimmen betroffener Arbeiter. So wird Funda Bakiş, die vier Jahre lang beim Levi's-Lieferanten arbeitete, zitiert: „Wir wurden entlassen, weil wir unser Recht auf Organisation genutzt haben. Zuhause wohne ich mit sieben Geschwistern zusammen. Irgendwann konnten wir nicht einmal mehr unsere grundlegendsten Bedürfnisse erfüllen. Wir haben sehr schwierige Zeiten mit meiner Familie durchgemacht. Wir haben Levi's um Hilfe gebeten, aber sie haben unsere Stimme nicht gehört.“

Von Seiten der zuständigen türkischen Gewerkschaft heißt es, obwohl  Levi's wiederholt gebeten worden sei, Entschädigungen zu zahlen, sei der Fall sei bis heute nicht gelöst worden.

Emma Vogt, Aktivistin beim CCC, ergänzt: „Das niederländische Recht schützt Verbraucher vor irreführenden Ansprüchen. In diesem Fall gibt es einen klaren Gegensatz zwischen Levi's' Aussagen und seiner Reaktion auf einen konkreten Verstoß gegen ihren eigenen Verhaltenskodex und internationale Arbeitsstandards. Aus unserer Sicht ist Levi's' Behebung der Situation für die Arbeiter in der Türkei der beste Weg, ihre irreführende Werbung zu korrigieren.“

Levi's verweist auf Verhaltenskodex

Der Konzern selbst verweist auf seinen Verhaltenskodex und die Verantwortung des Lieferanten. „Da diese Angelegenheit Gegenstand laufender Gerichtsverfahren ist, können wir zu den konkreten Vorwürfen keine Stellung nehmen", heißt es aus der Firmenzentrale.

Aber Levi Strauss & Co. nehme die Bedenken hinsichtlich der Arbeitnehmerrechte ernst und erwarte von seinen Lieferanten, dass sie "unseren Verhaltenskodex für Lieferanten sowie die geltenden Gesetze einhalten. Wenn Bedenken aufkommen, nehmen wir direkt Kontakt auf, verschaffen uns einen Überblick über den Sachverhalt und prüfen geeignete Maßnahmen im Einklang mit unserem Ansatz für verantwortungsvolle Geschäftspraktiken".

Auch die Verantwortung, mit den Verbrauchern klar und präzise über Produkte, Beschaffungspraktiken und die Rolle als Unternehmen zu kommunizieren, nehme Levi's ernst, heißt es in der Stellungnahme weiter. [...]

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