Brasilien: Regierung listet Autokonzern BYD wegen mutmaßlich sklavenähnlicher Arbeitsbedingungen
"Brasilien setzt chinesischen Autokonzern BYD wegen sklavenähnlicher Arbeitsbedingungen auf "Liste der Schande", 7. April 2026
Brasilien hat den chinesischen Automobilhersteller BYD in ein Register von Arbeitgebern aufgenommen, die Beschäftigte sklavenähnlichen Bedingungen ausgesetzt haben. Hintergrund ist ein Skandal aus dem Jahr 2024, bei dem chinesische Arbeiter mutmaßlich Opfer von Menschenhandel und missbräuchlichen Verträgen wurden.
Die vom brasilianischen Arbeitsministerium veröffentlichte Liste stellt ein erhebliches Reputationsrisiko für den Autobauer in seinem wichtigsten Markt außerhalb Chinas dar.
Zudem wird BYD dadurch der Zugang zu bestimmten Darlehen brasilianischer Banken verwehrt. Der Betrieb des einzigen Fahrzeugwerks im Land, für dessen Bau die betroffenen Arbeiter eingestellt worden waren, bleibt jedoch unberührt.
BYD reagierte bislang nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme...
Brasilianische Behörden argumentieren hingegen, dass BYD letztlich die Verantwortung für die Bedingungen seiner Arbeitskräfte trage, da das Unternehmen seine Subunternehmer hätte beaufsichtigen müssen...
Unternehmen können die Aufnahme in die Liste vermeiden, indem sie eine Vereinbarung mit der Regierung unterzeichnen, in der sie sich zur Änderung ihrer Praktiken und zur Entschädigung der betroffenen Arbeiter verpflichten. BYD schloss zwar eine Vereinbarung mit der Arbeitsstaatsanwaltschaft ab, jedoch nicht mit den Arbeitsinspektoren.
Firmen werden erst dann in die Liste aufgenommen, wenn alle Widerspruchsmöglichkeiten auf Regierungsebene ausgeschöpft sind. Einmal gelistet, verbleibt ein Unternehmen dort für zwei Jahre, sofern kein Gerichtsbeschluss die Streichung anordnet.