Italien: Oberstes Berufungsgericht entscheidet, dass Klimaklage gegen Eni fortgesetzt werden kann
"Italiens Oberstes Gericht gibt Weg frei für Klimaklage gegen Eni", 22. Juli 2025
Eine Klimaklage gegen den italienischen Energiekonzern Eni kann fortgesetzt werden. Das hat das oberste Berufungsgericht Italiens entschieden und damit einen von den Umweltorganisationen Greenpeace Italia und ReCommon angestrengten Zuständigkeitsstreit beigelegt.
Das Urteil, das die beiden Organisationen am Dienstag veröffentlichten, bestätigt die Zuständigkeit italienischer Gerichte für Klimaprozesse - auch dann, wenn es um Emissionen von Enis ausländischen Tochtergesellschaften geht.
,,Dieses historische Urteil bestätigt, dass Klimagerechtigkeit in Italien möglich ist", erklärten Greenpeace Italia und ReCommon in einer gemeinsamen Stellungnahme.
Die beiden Organisationen hatten die Klage ursprünglich im Mai 2023 eingereicht. Sie werfen Eni vor, durch jahrzehntelange Förderung fossiler Brennstoffe maßgeblich zum Klimawandel beigetragen und damit gegenwärtige wie zukünftige Schäden verursacht zu haben.
Sie fordern das Gericht auf, Enis Verantwortung für vergangene und künftige Umweltschäden festzustellen und das Unternehmen sowie seine wichtigsten Investoren zu einer grundlegenden Überarbeitung ihrer Klimastrategie zu verpflichten.
Als Mitangeklagte wurden die staatliche Förderbank CDP - die Anteile an als strategisch eingestuften Unternehmen hält - sowie das Finanzministerium benannt. Beide besitzen zusammen 31,8 Prozent an Eni.
Im Juni vergangenen Jahres hatten Greenpeace Italia und ReCommon das oberste Berufungsgericht um eine Grundsatzentscheidung gebeten, um die Zuständigkeit des Gerichts in Rom für derartige Fälle zu klären.
Nach dem aktuellen Urteil wird der Fall nun an das Zivilgericht in Rom zurückverwiesen. Eni zeigte sich mit der Entscheidung zufrieden.
,,Das Verfahren kann nun endlich vor dem Gericht in Rom fortgesetzt werden, wo die unbegründeten Theorien von Greenpeace und ReCommon zur angeblichen Verantwortung von Eni für klimabedingte Schäden widerlegt werden", erklärte der Energiekonzern.