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Artikel

12 Jun 2026

Autor:
Reuters,
Autor:
Ad Hoc News,
Autor:
Le Monde,
Autor:
Agência Brasil,
Autor:
OIT

Global: ILO beschließt erste Konvention für Gig-Worker*innen

"Plattformarbeit: ILO beschließt erste globale Konvention für Gig-Worker", 14. Juni 2026

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) hat ein historisches Abkommen beschlossen. Am 12. Juni verabschiedeten die Mitgliedstaaten die erste rechtsverbindliche globale Konvention für digitale Plattformarbeit. Damit reagiert die Organisation auf das rasante Wachstum der Gig-Economy.

Die Konvention zielt darauf ab, soziale Absicherung und Arbeitsbedingungen für App-basierte Arbeitskräfte zu verbessern. Betroffen sind Branchen wie Fahrdienste, Essenslieferungen und E-Commerce. Kern des Abkommens ist die Einstufung des Beschäftigungsverhältnisses: Plattformen dürfen Mitarbeiter künftig nicht mehr pauschal als Selbstständige deklarieren, wenn faktisch eine abhängige Beschäftigung vorliegt.

Zu den garantierten Rechten gehören Mindestlöhne, soziale Absicherung bei Krankheit und eine Unfallversicherung. Ein Novum ist die Regulierung algorithmischer Managementsysteme. Plattformen müssen transparent machen, wie ihre automatisierten Systeme funktionieren. Bei schwerwiegenden Entscheidungen – etwa Entgeltkürzungen oder Kontodeaktivierungen – ist künftig menschliche Aufsicht vorgeschrieben. Beschäftigte erhalten zudem das Recht, ihre Arbeit straffrei abzubrechen, wenn eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben besteht...

Trotz der historischen Bedeutung gibt es auch Kritik. Arbeitnehmervertreter bemängeln, dass der finale Text keine strikte Beweislastumkehr zugunsten einer Beschäftigungsvermutung enthält. Auch ein ausdrückliches Verbot der Umgehung durch Subunternehmen fehlt.